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12.03.2008 - Psychologie Heute, Heft4, April 2008


Das Geheimnis der drei Fragen

Vor den Landtagswahlen im Frühjahr kochte das Thema hoch: Was tun mit vorwiegend jungen Gewalttätern, die angeblich „nicht mehr erreichbar“ sind? Härte sei die einzige angemessene Strategie, so tönten manche Politiker. Langfristig wirklich erfolgreiche präventive und (nach-)erziehende Maßnahmen kommen in den populistischen Aufwallungen immer zu kurz.
Deshalb stellen wir zwei neue, aber bereits bewährte Methoden vor: die japanische Anleitung zur Selbstreflexion, Naikan, und die Psychologie_April08_300.jpgbiografische Spielfilmarbeit

Sieben Tage hinter einem Wandschirm sitzen, schweigen und von 6 bis 21 Uhr über drei Fragen meditieren. Kein Telefon, kein Radio, keine Zeitung zum Frühstück. Auch kein Smalltalk mit den anderen Teilnehmern. Nur das innere Selbstgespräch mit diesen drei immer gleichen Fragen: Was haben andere für mich getan? Was habe ich für sie getan? Welche Schwierigkeiten habe ich anderen bereitet?
Als Sabine Hamann, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Uelzen, von der Idee hörte, Gefangenen eine Schweigeklausur namens Naikan anzubieten, war ihr erster Gedanke „Das geht nicht. Das halten unsere Häftlinge nicht durch.“
Stille Selbsterforschung für Männer, in denen es brodelt wie in einem Vulkan, das kann nicht funktionieren! Sie ging zu einem Vortrag über Naikan im Gefängnis und blieb skeptisch.
Dann beschloss sie, es erst einmal selbst auszuprobieren im Naikanzentrum in Tarmstedt bei Bremen. „Seitdem gehöre ich zu denen, die Naikan im Strafvollzug unterstützen.“ Naikan kommt aus Japan und bedeutet Innenschau. Ishin Yoshimoto entwickelte die Meditationsform in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Er war auf der Suche nach einer Methode, mit der Menschen die Wurzeln ihrer Kraft wiederfinden und ihrem Leben Erfüllung und Sinn geben können.
Für Gerald Steinke, der Naikan nach Deutschland gebracht hat, geht es um die Erfahrung, „dass wir nicht nur die äußere, sondern auch unsere innere Welt selbst gestalten und verantworten“.


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Psychologie Heute, Heft4, April 2008 (642 KB)


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